El Hierro 2010

Die Kleinste der Kanareninseln, ganz draußen im Atlantik erregte unsere Neugier. Gebucht waren in diesem Urlaub im November 14 Tage El Hierro und eine Woche auf Gran Canaria. Mein erster Gedanke: Hoffentlich ist die Insel groß genug für zwei Wochen. Vorab: Sie war es, es hätte noch länger sein können.

Wir waren von Leipzig nach Gran Canaria geflogen. Nach 3 Stunden Aufenthalt dort gings mit der kleinen, aber sehr feinen, ATR 72 der Binter Canarias weiter nach El Hierro. Es waren nur wenige Fluggäste an Bord, darunter eine Handvoll Touristen – viel Trubel erwartete uns auf der Insel also nicht. Unser Ferienhaus lag am Meer. Vielmehr sahen wir an diesem Abend nicht mehr.

Am ersten Tag schauten umrundeten wir die Insel mit dem Auto, dann zogen wir oben im Nebelwald mal kurz die Wanderschuhe an – wanderten eine kleine Runde zur Fuente del Lomo . Tags darauf stand die erste größere Wanderung an – von Tamaduste hoch zur Hauptstadt Valverde. Am nächsten Tag fand eine Infoveranstaltung unserer Ferienhausvermittlerin Frau Kamm statt, anschließend liefen wir noch zum Arbol Santo– dem Heiligen Baum der Insel. Tags darauf besuchten wir auf einen Hinweis im Infozentrum des Arbol Santo das völkerkundliche Museum in Guinea – war auch sehr lohnenswert. Natürlich musste dann wieder gewandert werden – es ging auf den Malpaso, den höchsten Berg der Insel.

Zum Auto gibt es noch etwas zu berichten: Bei der Übergabe zeigte uns die junge Dame wie die Fahrertür zu öffnen sei: oben ran drücken, dann Tür am Griff packen und aufmachen. Sie bezeichnete dies als „Sensor“. Nun war das natürlich kein Sensor – die Tür oder der Rahmen waren schlichtweg verzogen. Es dauerte auch nicht lange, bis uns Geräusche an den Bremsen zum Tausch des blauen „Sensorautos“ zwangen. Dies geschah problemlos.

Ruhetage gab es. Wir saßen dann in unserem Feriendomizil und schauten aufs Meer – beruhigend. Und unten am Strand vorm Haus waren wir auch mal. Ins Wasser wagten wir uns wegen der starken Strömungen aber nicht – dafür gab es auf der Insel auch zuviele wunderschöne Meeresschwimmbäder.

Abends waren wir auch in der Inselhauptstadt Valverde, die Entfernungen auf der Insel waren nicht groß, 20min, weiter war es nicht. Viele Menschen waren gegen aber 20 Uhr nicht mehr auf den Beinen.

Blick vom Mirador La Peña

Zu einer weiteren Tour starteten wir dann in der Hauptstadt auf den Ventejís. Eine aussichtsreiche Wanderung, bei der wir am Schluss die Bauarbeiten zur neuen Energieversorgung der Insel ansehen konnten. Eigentlich sehr weitsichtig! Mit 5 Windrädern und einem Pumpspeicherwerk wollte sich die Insel autark machen. Dass dies damals nicht so gelang, war dem damaligen Stand der Technik und Planungsfehlern geschuldet. Der folgende Tag war etwas ruhiger, wir bummelten vom Leuchtturm zum ehemaligen Ende der Welt.

Wir hatten 2 Unterkünfte buchen müssen, das eine Haus in Timijiraque, an der Ostküste war nur neun Tage frei. So wurde es noch eines im Golfotal, im Norden. Nach einer Woche zogen wir dahin um. Der Tag passte hervorragend, die Wolken hingen tief – es gab eh nichts anderes zu tun!

Wer in El Hierro Urlaub macht, erwartet keine Menschenmassen. Dennoch erschien uns unser neues Domizil in Pozo de la Salud schon recht abgelegen. Wir schienen die einzigen Menschen im Ort zu sein. Die Wohnung selbst war vom Feinsten und lag auch schön am Meer.

Am Folgetag wanderten wir von Frontera hinauf zum Mirador de Jinama und von dort an der Abbruchkante des Golfotales zum Aussichtspunkt La Peña. Es folgte wieder ein Besichtigungstag, wir besuchten verschiedene Aussichtspunkte und ließen es uns gut gehen.

Die Abschlusswanderung führte uns zum Sabinar, dem alten fotogenen Wacholderbaum der Insel.

Blick vom Malpaso ins Golfotal

Am letzten Tag sahen wir uns noch alles das an, was wir vergessen hatten, oder noch unbedingt ansehen wollten – Besichtigungstag.

Gefühlte 10 Touristen auf der Insel, und eine für dieses kleine Fleckchen Erde extrem abwechslungsreiche Landschaftsvielfalt. Für uns die abwechslungsreichste der Kanareninseln.