Stéfanos-Krater

Für heute hatten wir das Highlight der Insel auf dem Plan – den Vulkankrater. Wir starteten zeitig, um vor den zahlreichen Tagestouristen aus Kos dort zu sein.

Morgendlicher Balkonblick in den noch leeren Hafen

Auf einem unwirklichen weißen Weg ging es, entlang an schwefelgelben Wänden, hinab zum Kratergrund.

Der Stéfanos-Krater ist mit etwa 350x250m der größte der Sekundärkrater in der Caldera. Anfangs waren wir allein, die Tagestouristen kamen erst noch. Der Boden ist teilweise recht dünn. Kritische Stellen sind durch Seile abgesperrt. Aus zahlreichen Fumarolen entweichen Schwefelgase, teils blubbert es ein wenig. Vom Gestank her hatten wir mehr erwartet.

Im Hauptkrater

Selbst im Krater hielt sich der Schwefelgeruch in Grenzen und so nahmen wir uns auch Zeit alles genau anzuschauen. Die Kraterwände sind teilweise gelb vom Schwefel überzogen, teils liegen gelblich gefärbte Bruchstücke umher.

Abseits des Hauptkraters führt ein Weg zum wenig besuchten Polyvotis – Doppelkrater. Hier waren sie auch wieder, die Schwefelkristalle. Sie bilden sich aus den Gasen und sind sehr vergänglich. Bei der geringsten Berührung zerbrechen sie, bilden sich aber bald wieder. Alles in Allem eine unwirkliche Welt – und absolut sehenswert.

Es war mittlerweile 11 Uhr, die ersten Tagestouristen kamen aus Kos, Für uns war es Zeit zu gehen. Wir wollten hoch nach Nikia und auf dem Calderarand zurücklaufen. Es gab nur grobe Vorstellungen von der Tour. Am Tickethäuschen hatte man uns aber gesagt, dass der Weg nach oben bei der Kirche im verfallenen Dorf beginnt. Noch in der Kraterebene kamen wir an Rohren vorbei, die wohl zu den Geothermiebohrungen gehören. Das Projekt scheiterte aber am Widerstand der Inselbewohner. Sie hätten selbst wohl auch wenig davon gehabt, dafür aber die touristische Einnahmequelle verloren.

Eine Kirche fanden wir, auch zahlreiche verblasste rote Punkte. Aber nirgends einen Pfad nach oben. Aber wir wären nicht wir, wenn uns das abschrecken würde! Aufgeben – niemals! Wir folgten einfach irgendwann sichtbaren Ziegenpfaden nach oben. An einem alten Gemäuer sahen wir dann auch einen Hardun. Er war sehr scheu – für ein Bild reichte es aber. Richtig entspannend war es trotzdem nicht an diesen alten Mauern und Steinen entlang zu laufen. Teilweise auch durch recht hohes Gras. Aber von unliebsamen Begegnungen blieben wir tatsächlich verschont. Vati hätte sich nie auf eine Tour durch dieses unübersichtliche Gras eingelassen. Aber unser Vermieter hatte uns glaubhaft gemacht, dass es auf der Insel keine Giftschlangen gibt. Nur ungiftige kleine „Mäusefänger“ und größere „Rattenfänger“ .

Bald kamen dann auch die Häuser von Nikia in den Blick, ein Weg wurde sichtbar.

Nikia selbst sieht ausgesprochen schmuck aus, ein wunderschöner Dorfplatz, nette Taverne. Nach diesem Aufstieg hatten wir uns eine Stärkung verdient. Es schmeckte bestens, auch das Bier war gut. Mit so geweckten Lebensgeistern hatten wir auch wieder Sinn für die Kultur. Die Kirche war geöffnet – wir schauten auch da mal rein.

Blick ins Lakki-Tal mit dem Stéfanos-Krater

In der Taverne hatte man uns den weiteren Weg erklärt, den wir auch fanden. Vorbei an verfallenen Bauern-häusern, erbaut aus dem hier typischen Lavagestein, liefen wir abwärts, meist auf schönem gepflasterten Weg, aber teilweise auch auf schmalem Pfad.

Stetig bergab führte der Weg an der Innenseite der Caldera entlang, vorbei an interessanten Felsformationen und immer mit dem Blick hinunter zum Krater.

Am Ende waren dann noch einige Meter auf einer staubigen Sandpiste zu bewältigen, vorbei an einem weiteren Krater. Am Ende waren wir in 3,5 Stunden gut 10 km mit 450Hm gewandert.

.

Auf der Rückfahrt entdeckten wir im Tal dieses schöne Kirchlein.

Zu Abend aßen wir heute am Meer bei Sonnenuntergang in einer wunderschönen Fischgaststätte mit Blick auf das Kloster von Mandráki.