Der Zas – der Höchste der Kykladen

Wir hatten in den vergangenen beiden Wochen kaum Wolken gesehen. Nun aber schien sich in der Wetterküche etwas zu tun. Starker Wind kam auf und heute morgen gab es draußen auf dem Meer eine dicke Nebelbank. Auch Wolken zogen nun auf. Wir hatten den Wetterbericht genau studiert. Es galt einen Tag zu finden, mit wenig Wind aber auch wenig Wolken.

Morgennebel bei uns am Strand

Deshalb wollten wir heute auf den Zas, den höchsten Berg auf Naxos und auch der Kykladen. Es gab zwei Aufstiegsrouten, nach reiflicher Überlegung starteten wir von der Kapelle Agía Marína. So lagen nur 400 Höhenmeter Aufstieg vor uns, es gab schließlich keinen Schatten und Genusswandern war angesagt. Von der Quelle aus wären es 600 Höhenmeter gewesen.

Der Weg führte sehr angenehm aufwärts. Nach einer halben Stunde kamen wir zu den Ziegentränken, als Levgassa-Quelle gekennzeichnet. Am Wegrand blühten zahlreiche Herbstzeitlose. Der Ausblick auf dem kaum zu verfehlenden Weg wurde mit jedem Meter schöner. Laut Reiseführer solle es der beliebteste Wanderweg auf der Insel sein, dennoch trafen wir nur verhältnismäßig  wenige Wanderer. Im Winter ist es hier oben sicher auch kalt, aber Schneegruben wie im westlichen Mittelmeer gibt es hier nicht. Vielmehr handelt es sich um die Reste von zwei Kalkbrennöfen.

Zwei junge Leute hatten uns am Startpunkt nach dem Weg zum Wehrkloster Fotodóti gefragt. Dieser Weg zweigt auch am Pass ab, nun sahen wir das Kloster am Hang gegenüber. Unser Pfad führte schließlich zu einem Mauerdurchlass. Der Ausblick war gewaltig – nach Osten der Blick nach Paros, nach Norden die Tragéa-Hochebene.

Blick nach Norden in die Tragea-Hochebene

Bald war der 1001 m hohe Zas erreicht. Der Ausblick reichte von Paros, Íos bis hinüber zu den kleinen Kykladeninseln.  Der Steilhang am Zas ist mit Steineichen bewachsen.

Wir waren von der Kapelle aufgestiegen. Nun entschieden wir uns doch, über die Zas-Höhle zurückzukehren. Unsere Freunde waren seit 2 Tagen mit auf der Insel, sie halfen uns beim Rückweg hoch zur Kirche. Anfangs noch moderat, wurde der Abstieg dann sehr, sehr steil. Aber die 600 Höhenmeter wollten überwunden sein. Wir waren dann aber schon sehr froh, wenigstens über die andere Seite aufgestiegen zu sein. Auch wenn von dieser Seite Wanderer heraufkamen! Auf 640 m Höhe kamen wir an die Zas-Höhle. Nach einer kurzen Besichtigung liefen wir weiter abwärts.

An der mit Platanen bestandenen Arion Quelle endet die Tour. Es waren so um die 7 Kilometer, 400 Hm im Aufstieg und 650 Hm im Abstieg in etwa 3 Stunden reiner Gehzeit. Wir liefen noch zurück bis nach Filóti, konnten dort noch die Kirche besichtigen und fuhren von dort dank der Hilfe unserer Freund mit dem Auto zurück zum Ausgangspunkt.

Für den morgigen Tag war eine Tour mit unseren Freunden geplant.