Aufstieg zum Pyrgos

Heute wollten wir wandern und zwar richtig.

Mit dem Bus hoch zur Chóra, dort starteten wir am Windmühlenplatz bergauf. Vorbei an einem Freilichttheater mit prächtigem Ausblick zog sich der Weg aufwärts, anfangs  beschildert und markiert. Bald mussten wir jedoch außerhalb des verwachsenen Weges laufen – es war kein Durchkommen mehr.

Irgendwann war gar kein Weg mehr zu erkennen.  Von nun an liefen wir also querfeldein – der Profítis Ilías lag gut sichtbar voraus. Auf der Seite von Nissomanie  waren wir eigentlich gewarnt worden – aber wir wollten die Tour unbedingt machen. Außerdem war es bei uns September, die Vegetation war nicht ganz so undurchdringlich. So querten wir einige Terrassen bis wir, fast schon oben, doch wieder einen Pfad aufwärts fanden.

Der Blick zurück, zur Chóra, entschädigte aber für alle Mühen. Im Hintergrund  die Nachbarinsel Síkinos.

Schließlich erreichten wir – weitgehend weglos- die Kapelle auf dem 514 m hohen Gipfel und das bei über 30°C. Der Profítis Ilías ist hier übrigens mal nicht der höchste Berg! Der Ausblick entschädigte für alle Mühen. Er reichte nach Nordosten von der Chóra bis zum Milopótas, dem Badestrand von gestern.

Vorbei an der Käsefabrik, an glücklichen Schweinen und fleißigen Bienen liefen wir nun -weitgehend auf einem Weg parallel zu einer Straße – Richtung Inselhöchsten. Kurze Rast noch an der Agios Geórgios Kapelle, dann folgte der Aufstieg zum 714m hohen Pýrgos.

Die Gipfelsuche gestaltete sich schwierig. Aber hier sollte schon der höchste Punkt der Insel sein. Die Aussicht war gewaltig. Wir sahen nun im Süden sogar Santorin .

Nach einem Abstecher zum sehr schönen Ágios Ioánis Wallfahrtskloster, wollten wir dann von der Georgskapelle per Anhalter zurück – so der Plan! Doch es dauerte fast eine Dreiviertelstunde bis zwei nette Franzosen hielten. Zum Einen gab es nur sehr wenig Verkehr, zum anderen waren die Touristen auch nicht besonders freundlich. Lustig war noch ein französisches Pärchen, die uns mitnehmen wollten, aber auf dem Weg zum Südstrand waren. Unseren Einwand, dass die Straße hier ganz offensichtlich nach Norden – zur Chóra führt – ließen sie nicht gelten. Später sahen wir sie mit einer Karte an der nächsten Kreuzung. So viele Straßen gibt es auf der 15km langen und 7km breiten Insel eben nicht!

Auf der Fahrt zum Hafen kamen wir noch an einem schönen Strand neben dem Fähranleger vorbei, sauberstes Wasser und so nutzten wir den dann auch gleich – Baden musste jeden Tag sein!

Am Abend dann noch ein kleiner Abstecher zur Agíos Iríni-Kapelle. Im Licht der untergehenden Sonne ein Muß!

Auf dem Weg zur Kapelle hatte im Hafen noch eine Gefahrgutfähre angelegt. Gerade verließ ein Benzin-Tankwagen  und ein Fahrzeug voller Gasflaschen die Fähre. Eine eigene Abfüllstation gibt es auf so einer kleinen Insel nicht. Als eine Personenfähre kam, verließ die Fähre die Bucht, später kam sie zurück, nahm die Fahrzeuge wieder auf . Es ist völlig klar, dass diese Versorgung ihren Preis hat. Früher war die Mehrwertsteuer auf den Inseln deshalb sehr gering. Auf Druck der EU haben wurde dies abgeschafft,  das Leben für die Menschen hier ist sehr teuer geworden.

Am Ende waren es heute  20 km in knapp 6 Stunden geworden, dabei 850 Hm aufwärts, 600 Hm abwärts – das alles bei weit 30° im Schatten (den es nirgends gab). Wir hatten uns also ein gutes Abendessen verdient. Wie am Vortag speisten wir wieder bestens bei Sousana.

Morgen geht’s dann weiter zu unserer – leider- letzten Insel, nach Naxos.