Diese Wanderung zwischen den beiden Pfarrkirchen wollten wir unbedingt machen. Santa Cruz kannten wir nur vom Durchfahren, auch das wollten wir ändern. Schon aufgrund der langen Anfahrt sollte es allerdings nur ein Teil der Wanderung sein, im Wanderführer wurde der zweite Teil der Wanderung hervorgehoben. Mit dem Auto gings in einer guten Stunde von unserer Ferienwohnung nach La Laguna. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwierig, noch schwieriger war es allerdings, die Bushaltestelle für die Fahrt zum Startpunkt zu finden. Am Ende nahmen wir für 25 € ein Taxi und konnten uns somit etwas oberhalb des mit dem Bus erreichbaren Startpunktes absetzen lassen. Aussichtsreich wanderten wir von Lomo Las Casillas auf einem schmalen Pfad hinab ins Hilario-Tal. Auf dem schönen Weg erreichten wir bald die ersten Häuser von Valle Jiménez. Von hier folgten wir dem Camino El Toscal oberhalb eines riesengroßen Kessels zu unserer Rechten aufwärts zum Mirrador El Roque. Der Blick zurück erstreckte sich über die westlichen Berge des Anaga-Gebirges, vor uns lagen die Ortschaften zwischen La Laguna und Santa Cruz. Interessant war auch der rege Flugverkehr am Nordflughafen, gefühlt landete dort alle 2 Minuten ein Flugzeug.
































Am Aussichtsplatz El Roque begann nun der spektakuläre Teil der Wanderung. Ein kurzes Stück noch über eine flache Wiese, dann schmiegte sich der Weg an die Felsen. Der sehr gute, schmale Weg war manchmal mit Geländer oder Seil gesichert, teilweise aber auch ohne jede Sicherung. Ein klein wenig Schwindelfreiheit gehörte wohl dazu, aber richtig gefährlich war es nie. Unser Respekt wuchs vor denen, die früher hier aus Notwendigkeit und nicht aus touristischen Gründen liefen. Ständig im Blick waren die Häuser von La Laguna bis hinunter nach Santa Cruz, ein riesiger Moloch, ein Großteil der Einwohner der Insel wohnt hier. Eine gute Stunde genossen wir diesen Teil der Wanderung, allein wegen dieses Stückes lohnt die Tour. Mit der Cueva Roja ist das Ende des etwas abenteuerlichen Abschnittes erreicht. In der Höhle wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Baumaterial für den Bau der Häuser in Barrio Nuevo und Cueva Roja gewonnen. Ihre wahre Große erschließt sich erst, wenn man drinnen steht, wahrlich gigantisch!































Nach der Cueva Roja begann der Abstieg durch die Stadt. Von einem Aussichtspunkt neben der Höhle blickten wir nun erstmals auch auf das Hafenviertel von Santa Cruz, fast die gesamte Stadt war somit zu sehen. Der weiterhin sehr schön mit gelben Balken markierte Weg führte anfangs in unzähligen Stufen hinab, wenn wir mal einen Abzweig nicht gleich sahen, wurde von den Bewohnern hier gerne mit Gesten geholfen. Das Wohnen ganz oben ist beschwerlich, viele Wohnungen haben keine Zufahrt, sind nur über Treppen zu erreichen. Nach endlosen Stufen erreichten wir den Grund des Barranco Santos. Eine Brücke wurde gequert, dann zeigte die Markierung den weiteren Weg immer in der Schlucht entlang nach unten an. Die Häuser wurden größer, und auch moderner, die Brückenbauten interessanter. Nach vier Kilometern entlang der Schlucht durch die Stadt kamen wir bei der Kirche Nuestra Señora de la Conceptión, nun in Santa Cruz an. Die Straßenbahnhaltestelle war einige Meter weiter unschwer zu finden. Der Fahrkartenautomat fragte auch in Deutsch nach der Zahl der Reisenden und für wenige Euro bekamen wir eine Fahrkarte für die halbstündige angenehme und sehr interessante Fahrt hinauf nach La Laguna. Ein schönes Erlebnis. Google Maps half uns dann, den Weg zurück zum Auto zu finden.


































Eine überraschend schöne, und doch so andere Tour. Hätten wir in der Nähe gewohnt, so hätten wir sicherlich die gesamte Tour gemacht. Aber auch dieser Teil war sehr schön gewesen. Klasse Wanderung, sehr abwechslungsreich.
Unsere Abschlusswanderung in diesem Urlaub wird uns noch auf eine kleine Genussrunde nach LaQuita führen.
