Der Chinyero ist der jüngste Vulkan Teneriffas, er brach 1909 aus. Auf der recht holprigen Fahrt zum Picknickplatz Las Arenas Negra wabelten mächtig viele Wolken umher, aber dort angekommen schien die Sonne aus dem blauen Himmel. Kühl war es dennoch. So ist das hier oben eben, sehr abwechslungsreich. Mit der Landschaft war es ebenso, erst wanderten wir durch dichten Kiefernwald und plötzlich war alles nur noch schwarz, vereinzelte Kiefern waren bunte Farbtupfer in einer pechschwarzen Lava. Unser Weg führte uns zu Beginn durch den Lavasand des Vulkans Garachio. Er brach 1706 aus, seine Lava floss bis hinunter ans Meer. Wir querten seinen Lavastrom, bevor wir wieder in einen dichten Kiefernwald eintauchten. Wieder war der Weg mit Steinreihen gesäumt, eine schöne, aufwendige Markierung. Heraus aus dem Wald lag dann auch der 1401 m hohe Garachio vor uns, ringsum alles schwarz, kein Baum, kein Strauch. Wir ließen den Vulkan links liegen, überquerten den Vergara-Wasserkanal und folgten dem TF43.1 rechtsabzweigend in Richtung Chinyero. Die über der Landschaft wabelnden Wolken, gaben der Szenerie etwas Besonderes, sie verschwanden aber bald wieder.




















Schließlich kamen wir auf den Chinyero-Rundweg und umrundeten den 1552 m hohen Doppelgipfel im Uhrzeigersinn. Auf der Ostseite führte der steingefasste Weg durch Kiefernwald, vorbei an einigen beeindruckend großen Bäumen. Kurz nach einem Versammlungsplatz verließen wir den Wald wieder und durchquerten auf der Westseite den gewaltigen Lavastrom des Vulkans. Tiefe Risse, Höhlen und große Felsen des wilden Lavastroms begleiteten uns am Weg. Fast immer im Blick, El Teide, der sich jetzt majestätisch hinter dem Chinyero erhob. So schön wie alles hier für den einen aussah, es hatte auch etwas Beängstigendes, wie klein war man zwischen den hohen, rauhen Vulkanfelsen. Nachdem wir den Vergara-Wasserkanal erneut gequert hatten, führte uns unser Weg wieder in den Wald und kurz darauf war der Picknickplatz erreicht. Auf der Rückfahrt tauchten wir wieder in die Passatwolken ein, sie hatten sich in den 5 Stunden doch etwas nach oben ausgebreitet.























Kann es schön sein, durch schwarze Lava zu laufen? Es kann! Schon deshalb, weil es viele kleine Farbtupfer gibt, die hier in der schwarzen Landschaft viel mehr Beachtung finden. Die großartigen Lavaströme sind faszinierend und beängstigend zugleich, der letzte Ausbruch liegt eben erst gut 100 Jahre zurück.
Morgen werden wir unweit von hier im Tenor-Gebirge laufen, auf dem Risco-Steig wandern wir hoch. Die Landschaft wird wieder eine völlig andere sein – Teneriffa bietet sehr viel.
