Heute stand eine große Tour an, eine sehr große. Wir starteten am Parador National in der Caldera-Ebene. Der Weg war gut ausgeschildert als Nummer 4, aber ohnehin nicht zu verfehlen. Er mündete auf einen breiten Fahrweg, der uns fast eine Stunde durch flache, aber grandiose Landschaft führte. Vorbei an imposanten Felsen wanderten wir zum Aufstiegsweg der Degollada de Guajara. Kurz vor einem sehr flachen Plateau, der Cañada del Montón de Trigo zweigte unser Weg dann aufwärts ab. Bis zum Sattel gewannen wir fast 250 Höhenmeter. Wir hatten schon zu Beginn den Schnee an der Nordseite des Guajara gesehen, nun hatten wir auch auf dem Weg überfrorene Stellen. Der Schnee war auch der Grund, dass wir auf dem Hinweg zurücklaufen werden. Der Abstieg vom Guajara nach Norden erschien uns zu riskant. Auf dem Sattel angekommen, bot sich ein erster Blick nach Süden, am Horizont Gran Canaria. Unser Weg zog nach rechts und stieg geröllig weitere 350 Höhenmeter zum Gipfel hoch. La Palma, La Gomera, El Hierro, Gran Canaria – alle waren zu sehen. Der Calderarand von den Teleskopen im Osten bis zum Westende. Und über allem El Teide. Das Panorama war überwältigend.
























Es waren Kälte und Wind, die den Aufenthalt hier oben begrenzten. Schließlich stiegen wir wieder auf der Südseite ab, genossen dabei den Ausblick, die Windstille und auch die wärmeren Temperaturen. Beim Sattel stiegen wir wie gekommen ab und wanderten auf dem breiten Weg zurück zum Parador. Die Landschaft ist sicher schroff und abweisend, dennoch stehen hier und da ein paar Pinien. Das hat schon was.
























Diese Tour wird uns wohl in Erinnerung bleiben: Wieder am Parador angekommen, fragte uns eine britische Urlauberin, welchen Weg in den Canadas wir denn gegangen seien. Als wir auf den Berg zeigten, platzte ein herzhaftes Lachen aus ihr heraus.
Wir fuhren nach Süden hinab, Abendessen in Vilaflor, dann südwärts zur Autobahn und nach Hause. Auf der Fahrt erlebten wir noch einen faszinierenden Sonnenuntergang.



