Gestern war es sehr stürmisch, Ostseite der Insel eben. Heute führte die Wanderung in einem Tal auf der Westseite aufwärts, ich rechnete mit viel weniger Wind. Ich wurde eines Besseren belehrt – wir waren ja auf Tinos. Unsere Wanderung stammte wiederum von Tinostrails, allerdings etwas abgewandelt. Ein Abstecher zu einer alten Brücke musste noch rein. Es waren drei Hauptstädte versprochen, in der ersten, der heutigen Hauptstadt starteten wir. Unerwartet einfach bekamen wir am frühen Morgen einen Parkplatz unmittelbar am Hafen. Wir folgten zu Beginn dem Pilgerweg zur Pilgerkirche Panagia tis Tinou. Eine Besichtigung verschoben wir und wanderten mit der gewohnt guten Ausschilderung aufwärts. Auf einem mit Marmorplatten belegten Weg erreichten wir die zweite der drei Hauptstädte der Insel – Poles. Einige recht dicke Mauern sind Zeugen dieser, der antiken Hauptstadt. Bis zur Kapelle Kyra-Kseni blieben wir dann weiter auf dem breiten Plattenweg, hier bogen wir dann nach links in ein Tal ab. Die alte Brücke von 1859 war der Grund unseres Abstechers, der uns im Weiteren durch den schönen Ort Ktikádos aufwärts führte. Oberhalb des Ortes erreichten wir dann die Straße nach Tripotámou und sollten dort wiederum aufwärts abbiegen. Dieser Abzweig hoch zu den Windmühlen war sehr stark verwachsen, nicht leicht zu finden, der ursprüngliche Weg ist wohl einem Firmengelände gewichen. Oben an den Windmühlen war der Sturm fast unerträglich, die beiden Mühlen standen offensichtlich an der richtigen Stelle.




















































Nach der kurzen Besichtigung überquerten wir die Straße und wanderten unterhalb des Exomvourgo aufwärts. Anfangs auf schmalem Pfad, später dann auf original mittelalterlichem Weg, wir waren damit in der dritten Hauptstadt angekommen. Die ersten Mauerreste der ehemaligen Hauptstadt waren oberhalb des Weges am Berg zu sehen. Nach insgesamt drei Kapellen zweigte der Aufstiegsweg hoch zum ehemaligen Kastell ab. Trotz des Sturmes machten wir uns an den Aufstieg. Seitliche Mauern vermittelten etwas Sicherheit. Zahlreiche Gebäudereste der ehemaligen Burg säumten den Weg hoch zum Gipfel. Ein Aufenthalt oben war undenkbar, der Sturm war viel zu stark. Selbst das Atmen fiel schwer, starker Sturm eben. Schnell einige Bilder und dann wieder nach unten, wir waren froh, als wir zurück an der katholischen Herz-Jesu-Kirche waren. Jetzt führte der Weg einige Meter die Straße entlang, bald an einer Brunnenanlage vorbei. Hier zweigte ein schmaler, verwachsener Weg talwärts Richtung Kariá ab. Wir passierten zahlreiche Kirchengebäude bevor wir den Ort selbst erreichten. Durch einige Gassen kamen wir zu einer Taverne – Pause.














































Nach einer recht überteuerten Rast folgten wir der weiteren Ausschilderung erst auf der Straße, bevor der Weg auf einen Pfad abzweigte. Wir erreichten den Ort Mountádos mit seinen vielen, idyllischen, überdachten Durchgängen. Unser Weg senkte sich bald steiler hinab zum Vaketa-Stausee, der gegen den Uhrzeigersinn fast umrundet wurde. Auf der anderen Seeseite führte der Weg anfangs zwischen hohen Mauern gut markiert abwärts. Vor einem umzäunten Feld wurde es etwas knifflig, der Weg schien hindurch zu führen, darauf wiesen die Markierungen hin. Ein Tor war aber nicht zu finden, ein kalifornisches Ehepaar war auch mit der Wegfindung beschäftigt, offensichtlich schon länger. Schließlich fanden wir mit unserem GPS-Helferlein einen passablen Pfad. Vorbei an Schweinen und Hühnern mit den entsprechenden Gerüchen erreichten wir schließlich die Straße. Auf der gegenüberliegenden Seite war die Ausschilderung wieder gut sichtbar und wir wanderten erst auf einem Pfad, dann auf einer Straße hinab zum Parkplatz am Hafen.



































Inklusive Gipfelaufstieg, Besichtigungen, Wegsuche und Rast waren wir heute 9 Stunden unterwegs gewesen. Für 16 km, mit gut 900 Höhenmetern und der gelegentlichen Wegsuche gar nicht so schlecht. Es hat sich gelohnt, eine wunderschöne Wanderung.
Morgen werden wir einen Besichtigungstag einlegen – den Norden der Insel haben wir noch nicht gesehen und Volax kam auch etwas kurz.
