Der Gipfel von Tinos

Der Tag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Es war unser letzter Tag auf Tinos, deshalb wollte ich ihn am Strand genießen. Langsam erhob sich die Sonne über Ikaria, traumhaft. Bald kam die erste Fähre vom Mykonos herüber, der Morgennebel stieg auf, der Tag begann.

Unser Wanderziel war heute der höchste Gipfel der Insel. Die Anfahrt führte von Agía Varvára im Tal hoch nach Dia Chória, weiter vorbei an einem auffälligen Kirchenbau nach Stení. Die auffällige Kirche ist laut kaum lesbarer Tafel ein Katholikon, gestiftet von der Nonne Kyproula, die 1624 starb. Gewidmet ist sie dem Einzug der Allheiligen Gottesmutter (Isodora tis Theotokou). Der Bau scheint zum Kloster Kechrovouni in der Nähe zu gehören.

Der markanteste Gipfel der Insel ist zweifelsohne der Exomvourgo. Der höchste Gipfel ist er nicht, sondern der 727 m hohe Tsiknias im Süden der Insel. Wir starteten in der Nähe von Stení und wanderten auf einem Fahrweg in Richtung des Gipfels, am Anfang vorbei an der Kläranlage. Nach einem kurzen Anstieg führte der Weg hinab in ein kleines Tal. Seitlich eines ziemlich heruntergekommenen Bauernhofes führte der Weg dann stetig ansteigend, aber recht weglos aufwärts. Mehrfach wurden kleine Mauern überquert, verschiedene Pfade dienten allenfalls als Orientierung. Einzig die Richtung war klar: aufwärts. Etwas Orientierung lieferte unser Helferlein. Nach einem ziemlich felsigen Bereich erreichten wir eine Hochebene mit der Profitis Ilias-Kapelle, Zeit für einen kurzen Besuch. Anschließend folgten wir einem Fahrweg nach Südwesten, bevor ein recht klar sichtbarer Pfad durch felsiges Terrain aufwärts abzweigte. Der Gipfel war dann recht schnell erreicht, es waren nur noch gut 100 kurzweilige Höhenmeter von der Kapelle aus gewesen. Oben angekommen hieß es, Gipfelsicht genießen. Neben den bekannten Inseln Syros, Mykonos und Naxos zeigte sich jetzt erneut Ikaria und daneben sogar Samos.

Nach dem Gipfelbild machten wir uns an den Abstieg, von oben war der Pfad natürlich leichter zu erkennen. Bald erreichten wir wieder die Ilias-Kapelle. Eine kleine Pause, schonmal, um dem Wind für ein paar Minuten zu entgehen. Obendrauf gabs hier noch ein schönes Gespräch mit einem jungen deutschen Pärchen, sie waren gerade beim Aufstieg. Beim weiteren Abstieg achteten wir wieder darauf, gebührenden Abstand zu dem Bauernhof unten zu halten, die Tiere dort sahen nicht vertrauenerweckend aus. Am Auto angekommen noch ein kurzer Abstecher Richtung Süden, um nochmals den Aufstiegsweg von der Straße aus zu suchen, ohne Erfolg. Anschließend aßen wir etwas in einer Taverne in Stení, das Wandern hatte uns hungrig gemacht. Mit den doch recht großen Pausen waren wir gut 4 Stunden unterwegs gewesen, eine kurzweilige Tour.

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Am Abend genossen wir nochmal unseren Balkon mit brillantem Meerblick. Wir hatten es mit der Unterkunft hier wirklich gut getroffen.

Morgen fährt unsere Fähre nach Andros, wir sind gespannt, was uns dort erwartet.