Delos

Der Tag begann mit einem Platzregen, es schüttete wie aus Kannen. Über Naxos sah es schon freundlicher aus, der Wetterbericht war gut, auch der Regenradar sah gut aus. Bereits bei der Ankunft auf der Insel hatten wir Karten zu je 25 Euro für die Überfahrt nach Delos gekauft. Auf den Karten stand kein Datum, sie galten offensichtlich länger. Am Verkaufskiosk stand etwas von 10:30Uhr als möglicher Abfahrtstermin, das sollten wir schaffen. Wir starteten nach dem Frühstück in der Sonne nach Mykonos-Stadt, das Auto wurde am großen Parkplatz zwischen den beiden Häfen abgestellt und schnell zur Bootsanlegestelle gelaufen. Dort sah aber nichts nach Ablegen aus. Einer Tafel war 11:30Uhr zu entnehmen, wir hatten also Zeit für eine kurze Besichtigung vom Mykonos-Stadt. Viele Touristen, keine Sonne, nun gut. Kurz vor der neuen Abfahrtszeit waren wir dann an der Anlegestelle am Alten Hafen und fuhren mit dem Boot in einer halben Stunde nach Delos.

Im Kassenhäuschen am Anleger haben wir dann die jeweils 8 Euro bezahlt. Es war nicht allzu viel los, auch deshalb bogen wir nach links ab. Die nördlichen Ruinen wurden durch einige Tafeln gut erklärt, es war sehr kurzweilig. Von verschiedenen Palästen waren noch Mauern erhalten, zahlreiche weitere Elemente wie Amorphen und Marmorbruchstücke waren ausgestellt. Bald kamen wir an das Highlight für uns, die Löwenterasse. Sehr fotogen, allein das hat den Besuch gelohnt. Es sind übrigens Kopien, die Originale stehen wohl im Kykladenmuseum in Athen. Vorbei am heiligen See, der schon länger ausgetrocknet ist, ging es für uns am Museum vorbei in Richtung des Gipfels. Das ehemalige Zentrum der Insel, das Heiligtum des Apollon ließen wir erst mal rechts liegen. Für uns führte der Weg erstmal zur Terasse der fremden Götter mit den zwei auffälligen Tempeln, einer für Isis und das Heraeon für Hera. Vergleichsweise gut erhalten, eine Statue war hier auch zu sehen.

Vom Heraeon war es dann nicht mehr weit zum Gipfel. Ein schöner Treppenweg führte hinauf auf den 112m hohen Kynthos. Die Aussicht war sehr schön, von den Überresten eines Heiligtums des Zeus und der Athene aus hellenistischer Zeit war allerdings nur noch wenig zu sehen. Eine aus Serifos herüberziehende Regenfront drang uns dann zum Abstieg, leider verpassten wir damit auch die Grotte des Herakles. Es war dann das Haus der Delphine, das den kurzen Schauer von uns abhielt. Die Mosaike im Fußboden waren beeindruckend und auch noch sehr gut zu erkennen. Weiter führte unser Weg am großen Theater vorbei zum Haus mit dem Dreizack, wieder mit einem auffälligen Mosaikboden. Am Haus der Kleopatra, nein nicht die von Ägypten, sie wohnte hier in Delos, stachen die erhaltenen Marmorsäulen und die beiden Statuen ins Auge. In der Handelsstadt waren es wieder die vielen interessanten, kleinen Details, die wir betrachten konnten.

Wir hatten die Heilige Stadt selbst noch gar nicht angesehen, die Zeit war aber schon weit fortgeschritten, es wurde also Zeit. Die Stoa der Naxier wurde gerade restauriert und war deshalb eingerüstet. Wir liefen die heilige Straße entlang und bestaunten verschieden Überreste von Tempeln aus der Zeit 7.-1.Jh.v.Chr. Es war heute schon sehr viel geballte Geschichte gewesen. Wir waren 3 Stunden auf Delos gewesen, sicherlich hätten wir ein bis zwei Stunden mehr gebraucht. Fürs Museum hat es so leider nicht gereicht. Ein zweiter Besuch ist vielleicht gar nicht so schlecht.

Wieder eine halbe Stunde und wir waren mit dem kleinen Boot zurück in Mykonos, unterwegs hatten wir schöne Ausblicke auf die fotogene Altstadt mit Windmühlenhügel. Folgerichtig schlossen wir gleich kurze Besichtigung an. Vorbei an der gut besuchten Agios Panagia Paraportiani -Kirche, einem einzigartigen, aus 5 Kirchen bestehende Kirchenbau schlenderten wir durch die Gassen hinauf zum Windmühlenhügel. Diese Windmühlen sind eines der Wahrzeichen der Insel. Unterwegs sahen wir auch das sogenannten Klein-Venedig, war wirklich hübsch anzusehen. Zurück dann durch enge Gassen mit vielen Geschäften. Einzig die obligatorischen Magnete wurden eingekauft, ansonsten war wenig für uns Interessantes dabei. Schließlich machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto und waren dann auch froh, die Menschenmassen nach Umrundung des alten Hafens wieder hinter uns gelassen zu haben.

Heute war noch genug Zeit für Baden am Strand von Liá an, das Wetter passte auch. Ein wunderschöner Strand, nur 100 Meter von unserem Domizil entfernt. Zum Abendessen fuhren wir dann wieder nach in Áno Merá , die erste Taverne gestern hatte überzeugt, es gab an der Platia noch mehrere. Auch heute sollten wir in der Taverne Vaggélis nicht enttäuscht werden. Viele Gäste waren indes nicht unterwegs, es war schon Saisonende.

Morgen wollen wir dann eine kleine, möglichst ruhige Wanderung auf Mykonos unternehmen. Mal sehen, ob das auf den Profitis Ilias, den Inselhöchsten gelingt.