Pythára-Wasserfall

Wir starteten heute gleich am Hotel. Markiert mit Nummer 2 ging es auf unzähligen Stufen aufwärts. Im ersten Teil führte der Weg vorbei an herrlichen Villen, später kurz durch ein Waldbrandgebiet. Schließlich querten wir eine Straße und folgten dem Weg dann wieder abwärts ins Tal von Apíkia. Zur Linken sahen wir das Kloster Agía Marina, wir hatten es gestern besucht. Unser Weg senkte sich hinunter ins Tal, wurde zu einem schmalen Pfad und erreichten die Straße nach Apíkia. Diese kreuzten wir, passierten die alte Steinbrücke des Ortes folgten dem Weg im Ort aufwärts. Dort folgten wir der Markierung 2a bis zum Pythára-Wasserfall. Zuerst liefen wir einige Meter daran vorbei, oberhalb des Wasserfalls fließen zwei Bäche zusammen, ein schöne, felsige Stelle. Zurück am Abzweig besichtigten wir dann den Wasserfall des doch recht spärlich fließenden Baches. Beeindruckender waren die Gumpen unterhalb, gut mit Wasser gefüllt.

Vom Wasserfall wanderten wir auf dem gleichen Weg wie gekommen zurück nach Apíkia. Wieder vorbei an zwei Brunnen erreichten wir den Ort. Hier wählten wir jetzt den Weg nach oben und erreichten bald die Sáriza Quelle. Weg 10 führte im Weiteren steil aufwärts oberhalb des eben besuchten Tales. Auf vielen Stufen wanderten wir durch eine grüne Landschaft, der Ausblick wurde immer schöner. Bei knapp 500 Höhenmetern war der höchste Punkt der Wanderung erreicht, nun führte der mauerngesäumte Weg steil abwärts, vorbei an der Agíos Ioánnis Theológos Kapelle. Der Bach im Talgrund führte gut Wasser, ist ein Zufluss zu den vorhin besuchten Wasserfällen. An der Gegenseite stieg der Weg wieder steil an, vorbei an der schon von weitem sichtbaren, schneeweißen Taxiarchis-Kapelle. Noch einmal genossen wir den Blick ins Tal nach Steniés, dann wechselten wir in das Tal von Messariá, vor uns lag jetzt die Chóra in der Nachmittagssonne.

Jetzt waren wir wieder im Tal des Megálos Pótamos, bald folgten wir einem Wasserkanal abwärts. Entlang von Speichern, Wasserabzweigen und Behältern fließt das Wasser zu Tal. Als Trinkwasser sollte man dieses Wasser indes nicht nutzen, wir sahen eine tote Ziege im Kanal. Zwei Wanderer, die einige Meter weiter unten mit dem Kanalwasser gerade ihre Trinkflasche befüllen wollten, waren uns für diesen Hinweis überaus dankbar. Durch dörfliche Idylle führte der Weg an Brunnen und vielen grünen Gärten vorbei, sogar Zypressen säumten den Weg. Die Markierung änderte sich nochmals, ab Mesathoúri folgten wir dem Weg 1 in die Chóra. Diesen Wanderweg kannten wir, führt er doch von Andros-Stadt zum Kloster Panachradou. Weiter abwärts auf angenehmen Wegen, vorbei an vielen Brunnen, Wasser hat die Insel. Unser Vermieter erwähnte später, dass sein Großvater die Insel noch dicht bewaldet gekannt hat. Dann kamen die Ziegen – nicht das warme Wetter. Würde die EU Prämien für Bäume zahlen und nicht für Ziegen, die meisten griechischen Inseln wären bewaldet!

Die Wege waren in den Orten oft mauerngesäumt, aufwendig gemacht. Wir erreichten Ypsilou mit der gleichnamigen Quelle. Die aufwendige Einfassung war 1842 von einer der Reederfamilien der Inseln gestiftet worden. Den ehemaligen finanziellen Reichtum der Insel spürt man überall auf angenehme Art und Weise, Tourismus ist nicht das einzige Standbein hier. Nach einer interessanten, einfachen Brücke und weiteren Höhenmetern abwärts erreichten wir den Talgrund. Dort folgten wir dem ausgetrockneten Bachbett, und wanderten schließlich auf der steilen Straße zurück zu unserem Hotel.

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Wir waren für die knapp 14 Kilometer Traumwanderung mit über 700 Höhenmeter fast 8 Stunden unterwegs gewesen, die Treppenstufen haben wir nicht gezählt, gefühlt waren es sehr viele. Das hat uns wohl auch etwas geschafft. Pausen haben wir heute zudem wenig gemacht, wir hatten uns ein gutes Abendessen redlich verdient. Unterhalb unseres Hotels waren wir am Meer Fisch essen, mit unter 50 € für uns beide recht preiswert. Dort trafen wir auch die Wanderer, denen wir vom Kanalwasser abgeraten hatten – Andros ist eben nicht groß. Morgen wird es nur eine kleine Wanderung werden, hoch hinaus wollen wir trotzdem, und höher hinaus geht es auf der Insel nirgends.

Inschrift an der Sáriza-Quelle