Der Tag begann etwas anders geplant. Wir wollten mit dem Bus nach Ormos Kortíou fahren und zurückwandern, deshalb starteten wir erst gegen 10 Uhr. Den Busbahnhof kannten wir ja. Aber es war heute Samstag, und da fuhr der Bus nicht. Da wir uns aber nichts anderes vorgenommen hatten, nahmen wir ein Taxi und fuhren zu unserem Startpunkt. Mit 20 Euro war der Preis für die doch lange Fahrt auch sehr akzeptabel. Wir liefen kurz am stürmischen Meer entlang, bummelten durch eine parallel zum Meer führende Gasse in Kortíou und bogen schließlich mit dem Weg Nummer 3 aufwärts ab. Zwischen beeindruckend hohen, aus Feldsteinen errichteten Mausern wanderten wir stetig aufwärts. Die Aussicht wurde mit jedem Meter besser, der Wind aber auch. Teils auf Stufen, oft auch auf Platten führte uns der Weg nach Kochýlos. Am Ortseingang waren Reste eine Wassermühle zu sehen, schließlich erreichten wir nach einem Glockenturm das Kafenion des Ortes.








































Eine Kleinigkeit gegessen, schöne Gespräche, griechische Gastfreundlichkeit, wir erlebten genau das, weshalb wir nach Griechenland kommen. Doch das ist auch hier selten geworden. Nachdem uns der Wirt noch die Umgebung ums Haus gezeigt hatte, brachen wir auf und folgten der Markierung aus dem Ort heraus weiter aufwärts. Den Abzweig zum Epáno Kástro ließen wir heute unbeachtet, wir werden es noch besuchen, bei weniger Wind. Heute ist es viel zu gefährlich. Unser Weg führte uns nach der Kuppe hinab ins Tal von Dipotámata. Der breite Kalderimi zog mit zwei Serpentinen hinab. In den oberen Teil der Schlucht führt leider kein Weg, dort waren viele Ruinen zu sehen. Wir kamen an nur einer verhältnismäßig gut erhaltenen Mühlenruine vorbei, unmittelbar neben der Brücke über den Bach. Von dieser Brücke führte ein wunderschöner Weg leicht ansteigend hoch zur Straße. Dort erwartete uns das unangenehme Stück der Wanderung, etwa 2,5 km Straße. Erst nach dem Abzweig nach Synéti konnten wir der Markierung 3 folgend, die Straße nach links verlassen. Der Weg führte von Mauern gesäumt aufwärts zu einer Anhöhe. Von hier aus sahen wir dann die Chóra. Vor uns lag aber noch ein zweites Tal, auch dies wurde gequert, wir erreichten eine Kapelle am Heli-Landeplatz. Anschließend senkte sich der Stufenweg hinab zu einem Sportplatz, einige Male unterbrochen von der Straße. Im Talgrund kamen wir dann an einer alten Brücke vorbei, die zahlreichen Schilder hier zeigten uns, dass viele Wege hierher zur Chóra führen. Unser Weg brachte uns über die Chóra hinauf zu unserem Hotel.










































Wir waren heute gut 8 Stunden unterwegs gewesen, einschließlich einer langen Rast im Kafenion in Kochýlos. Abgesehen vom zu langen Straßenabschnitt eine sehr schöne Wanderung. Das Mühlental selbst war leider ein nur kleiner Teil der Strecke, wir haben aber viel von diesem Teil von Andros gesehen.
Es war sehr stürmisch gewesen, morgen werden wir uns das Kastro ansehen, der Wind soll abflauen. Zwei Wandertage liegen hinter uns, morgen ist also Besichtigungstag.
