Besichtigungstage

Für den heutigen Tag standen Besichtigungen an. Bei bestem Wetter verließen wir die Chóra Richtung Bucht von Korthioú, gestern hatten wir wegen des Sturms auf eine Besichtigung des Epano Kastro verzichtet, dies wollten wir heute nachholen.

Chóra von Andros

Unterhalb des venezianischen Kastells aus dem 13.Jh. befindet sich der leicht erreichbare Parkplatz, von dort führt eine sehr steile Treppe hinauf. Wir erreichten das untere Kastro, hier gab es die Überreste einer Kapelle, zweier Zisternen und einiger Wohngebäude. In der Neuzeit wurde natürlich auch eine Kapelle hier oben errichtet. Der Gipfel selbst ist durch eine Gipfelsäule markiert. Gestern war ja schon auf dem Wanderweg unten heftiger Sturm gewesen, heute wehte hier oben immer noch ein sehr heftiger Wind. Auf einigen Tafeln war viel Wissenswertes zu lesen, die Aussicht ist ebenfalls lohnenswert. Die vielen gelben Herbstzeitlosen haben uns auch sehr gefallen.

Weiter fuhren wir auf kleinen Straßen ins Tal des Megálos Pótamos, wir hatten dort von einer byzantinischen Kapelle gelesen. Das Kirchlein im oberen Teil des Tales hatten wir bald gesehen, einen Weg dorthin zu finden war schon schwieriger. Sie wurde gerade restauriert, von außen sah sie schon sehr gut aus. Bei der Weiterfahrt ans Talende besichtigten wir dann noch einen gut erhaltenen Turm an der Straße.

Taubenhäuser gibt es eher in Tínos, hier in Andros hatten wir bisher sehr wenige gesehen. Dies änderte sich in einem Tal bei Kapparia, hier gab es einige, wenngleich auch alle unbewohnt. Das Dorf selbst sah auf den ersten Blick auch ziemlich verlassen aus, es wechselten sich aber verlassene und verfallene Gebäude mit neu hergerichteten Häusern ab. Es tat sich hier etwas. Die Bushaltestelle war schon mal in bestem Zustand.

Heute war Ruhetag, deshalb auch keine Wanderschuhe, stattdessen am Nachmittag bei Kaffee und Meszedakes im Hafen sitzen – Urlaub.

Am Abend mussten wir dann noch in die Chóra. Zum einen mussten wir die Fährscheine besorgen, zum anderen Abendessen. Es wurde das Nostalgia 1950 – sehr empfehlenswert. Gute griechische Kost ohne Schnick-Schnack zu moderaten Preisen.

Der nächste Morgen sah so regnerisch aus, wie es der Wetterbericht leider erst am Abend zuvor versprochen hatte. Wir hatten das im September schon öfters erlebt, ein, zwei Regentage. Also ein weiterer Besichtigungstag, wir sind Schönwetterwanderer und es regnete ständig. Zuerst fuhren wir nochmal zu einem Abstecher hoch ans Kloster Moni Panachrandou, wir wollten nach Betrachtung unserer Bilder etwas nachsehen.

Dann besuchten wir das Kloster Agía Marína, unweit der Chóra. Als wir dort ankamen, standen schon zwei Busse hier, es gab wieder Kerzen zu kaufen, die größten sicherlich einen Meter groß. Auch wir warfen einen Blick in die Klosterkirche – es war schon interessant. Lange hielten wir uns dann aber hier nicht auf, für uns zu viel Kommerz. Ein alterwürdiger Bau ist es allemal.

Leider sind es meist nur Schlechtwettertage, die uns als wanderfreudige Urlauber in ein Museum bringen. Dabei ist gerade das archäologische Museum in Andros ganz großes Kino. Hochinteressant werden die verschiedenen Epochen der Insel dargestellt, mit Fundstücken belegt und die dazugehörigen Fundstellen auf der Insel benannt, der Besuch hat sich wieder gelohnt.

Am Nachmittag zeigte sich dann doch die Sonne, so konnten wir den Tag mit einem entspannten Stadtbummel beschließen. Sehenswert ist die gepflegte Chóra, und auch nicht überlaufen. Bummeln und genießen. Am späten Abend dann wieder Essen in der Chóra, im Nostalgika 1950.

Morgen ist dann wieder Wanderwetter, es wird eine große Dörferrunde zum Pythára-Wasserfall und etwas weiter werden.