Der Thüringer Wald hat einige 900 er Gipfel, auf den beiden Höchsten waren wir schon. Die große Gipfelwanderung wollten wir nicht machen, so hatte ich selbst eine Gipfelwanderung auf schmaleren Pfade zusammengestellt. Das Ergebnis gefiel uns am Ende sehr gut. Start war an der Güldenen Brücke. Trotz einer Großveranstaltung fand sich für uns ein Platz auf dem kleinen Parkplatz. Unser Weg führte auf dem idyllischen Wildererpfad hinab zum Brönle und weiter abwärts ins Tal der Zahmen Gera. Bei einem Hochstand biegen wir rechts ab und folgten einem schmalen Pfad im Löffeltal aufwärts zur Seiffartsburg. Die Hände mussten dort oben am felsigen Gipfel schon helfen, um den schönen Aussichtsfelsen mit Gipfelbank zu erreichen. Inmitten reifer Schwarzbeeren war dann Pause angesagt. Hier trafen wir heute die ersten beiden Wanderinnen, die der heutige Trubel auf dem Schneekopf in diese Gegend verschlagen hatte. Wieder herabgeklettert führte ein schmaler Weg zur Quelle der Zahmen Gera, den Kerbhölzerbrunnen. Ein kaum erkennbarer Waldpfad führte uns dann zum Abzweig des Sachsensteines. Auf seinem 915 m hohen Gipfel laden ebenfalls Bänke zum Genießen der Aussicht ein. Einige Meter weiter, auf dem westlichen Nebengipfel, hatten wir dann einen nicht minder schönen Ausblick zu Schmücke und Schneekopf, Bank wieder inklusive. Wieder zurück auf einem breiten Wanderweg war es dann nicht mehr weit, bis wir, die letzten Meter auf der Straße, das Gasthaus Schmücke erreichten. Der Biergarten war geöffnet, das Wetter unerwartet gut und so ließen wir uns ein Bier schmecken.
































Von der Schmücke aus folgten wir wieder dem Rennsteig, heute allerdings nach Süden. Hier kamen uns zahlreiche Läufer des Schneekopflaufes entgegen, sie liefen Strecken von 12 und 22 km. Es waren nur wenige Meter, dann erreichten wir das Herbert-Roth-Denkmal am Borstenplatz. Er und sein Lied gehören zum Rennsteig einfach dazu. Wir bogen hier schon wieder vom Rennsteig ab und folgten dem mit rotem Dreieck ausgeschilderten Weg hoch zum Gipfelkreuz und kurz danach zum 944 m hohen Gipfel des Fichtenkopfes. Weiter an der Suhler Hütte vorbei, ein Bier wartete auch hier, führte uns unsere Wanderung hoch zum Schneekopf. Das Gelände dort war heute jedoch nicht wegen des Schneekopflaufes, sondern wegen einer Volksmusikveranstaltung eintrittspflichtig. Wir waren gestern oben auf dem Schneekopfgipfel, heute umrundeten wir das Plateau und stiegen hinab zur Teufelskanzel. Auch hier ein prächtiger Ausblick ins weite Land, markant insbesondere die Talbrücke der A71 über die Wilde Gera. Zurück auf dem Wurzelweg folgten wir dem Weg in die Hölle weiter abwärts. Der Name ist Programm, schon der Abstieg war kräftezehrend. Wie anstrengend musste es erst für die Läufer der heutigen 22 km Strecke aufwärts sein? Unten angekommen suchten wir noch vergebens nach Resten des in der Karte eingezeichneten Venezianerbrunnens, bevor wir, vorbei an Meininger Hütte und Schneetiegelquelle wieder den Parkplatz an der Güldenen Brücke erreichten.
































Eine herrliche Wanderung. Im Gegensatz zur Wanderung von gestern fast nur auf schmalen Pfaden. Vielleicht gerade deswegen nicht überlaufen. Einige Aussichtspunkte laden zur Rast mit Ausblick im sonst hier eher dichten Thüringer Wald ein. Wir waren wohl so 7 Stunden unterwegs, mit ausgiebigen Pausen – Genußwandern eben.
Morgen sind die Wetteraussichten schlechter als heute, die Sonne wird sich rar machen. Aber etwas geht sicher, die Gattin hat eine Wanderung zur Hohen Möst gefunden.
