Auf dem Rennsteig nach Friedrichshöhe

Die Sonne schien, schönes Wanderwetter, wir entschieden uns für TOP2 der örtlichen Seite. Versprochen wurde eine Wanderung auf einem der schönsten Teilstücke des Rennsteigs. Wir parkten das Auto auf dem Bezahlparkplatz am Rennsteighaus in Masserberg, Tageskarte 6 €. Los ging es am Ortsrand nach Süden, wir folgten für den geamten Hinweg nach Firedrichshöhe dem Rennsteig. Erstes Ziel war die 842 m hoch gelegene Rennsteigwarte. Die Baude war noch geschlossen, öffnet erst um 11 Uhr. Auf den folgenden Kilometern wurde deutlich, dass der Rennsteig auch auf der Grenze zwischen verschiedenen Ländereien verlief. Zahlreiche interessante und vor allem alte Grenzsteine säumen den Weg. Die Ältesten stammten aus dem 16. Jahrhundert, sie zierten aufwendige in den Sandstein gearbeitete Wappen. So erreichten wir mit dem Dreiherrenstein an der Heidehütte die ehemalige Grenze zwischen Schwarzburg – Sondershausem, Schwarzburg – Rudolstadt und Sachsen – Meiningen. Weiter blieben weiter auf dem mit “R” markierten Weg. Durch dichten Wald erreichten wir eine Schutzhütte, wieder mal sehr idyllisch gelegen und mit einem riesigen Wegweiser.

Der Nadelwald hier war leider zu großen Teilen verschwunden und der neue Mischwald noch nicht wieder nachgewachsen. Die Anpflanzungen allenthalben lassen allerdings hoffen. Wir erreichten die Eisfelder Ausspanne, einem Rastplatz benannt nach der früheren Funktion. Hier wurden die zusätzlichen Gespanne, die für den Weg hoch auf den Rennsteig geholfen hatten, wieder ausgespannt. Hier verliefen schon immer wichtige Handelswege. Nach der Ausspanne folgten wir der Markierung in den Wald, irgendwann folgten wir einem schmalen Hohlweg aufwärts – wirklich ein herrliches Stück in intaktem Wald. Wieder au freien Gelände kamen wir zu einem Ratsplatz. Ein Schild informierte darüber, dass wir uns hier, in Sichtweite des Bleßberges genau über dem 8314m langen Bleßbergtunnel befanden. Er ist Teil der Schnellfahrstrecke Nürnberg -Erfurt. Es war dann noch ein knapper Kilometer und wir erreichten Friedrichsgrün. Im Wirtshaus ließen wir uns die 0,5 m lange Thüringer Roster gut schmecken!

Einige Meter zurück aus dem Ort, dann folgten wir einem Fahrweg nach rechts und wanderten nahezu höhehaltend zurück bis zur Eisfelder Ausspanne. Gegenüber hatten wir fast ständig das Oberbecken der Goldisthal-Oberbecken im Blick. Am bekannten Rastplatz kreuzten wir den Rennsteig ein erstes Mal nach links und folgten unserem gelben Dreieck und der Ausschilderung Werraquelle. Der Rennsteig wurde nach dem Sauberg ein zweites Mal berührt, hier blieben wir dann aber links, der Weg führte nun abwärts. Bald kam schon die Werraquellhütte in den Blick. Die Quelle ist schön eingefasst und auf einer informativen Tafel steht einiges über die beiden Quellarme des Flusses geschrieben. Wie so oft beanspruchen hier zwei Orte die echte Werraquelle. Abweichend vom GPS-Track zogen wir es vor, einem schön angelegten und markierten Waldpfad hinauf zur Heidehütte zu folgen. Hier kreuzten wir den Rennsteig erneut und wanderten wieder auf einem breiten Weg unterhalb der Rennsteigwarte zurück nach Masserberg.

Die heutige Runde bleibt uns wegen zwei Dingen in Erinnerung: Zum einen zahlreiche Schwarz- und Himbeeren am Wegesrand. Sie schmeckten köstlich. Zum Anderen hatten wir lange nicht so viele Schmetterlinge gesehen. Sie stritten sich mit den ebenso vielen Hummeln um den Nektar der Blüten am Wegesrand.

Im Hotel angekommen schwirrten selbst hier noch Schmetterlinge an den Sträuchern herum, es waren Schwalbenschwänze. Die hatten wir auf der Wanderung nicht gesehen.

Bei der Verwendung der Karten werden Inhalte von Drittservern geladen. Dies betrifft hier die Karten von OpenStreetMap. Sie werden auf fremden Servern gehalten. Nur wenn der Verwendung der Karten zugestimmt wird, wird ein Cookie gesetzt und dieser Hinweis ausgeblendet. Wenn nicht, werden keine Karten angezeigt.

Wir waren etwa 6, 5 Stunden unterwegs gewesen, inklusive Mittagessen. Einschließlich auch der zahlreichen Fotostopps wegen Schmetterlingen und Grenzsteinen. Auch wenn die Schäden in der Natur unübersehbar sind, war es eine Traumtour. Die Natur erholt sich, das gibt Hoffnung dass es bald wieder dichten Mischwald geben wird. Die Wanderstrecke selbst war gut mit einem gelben Dreieck markiert. Der GPS-Track passte, mit Ausnahme des Stückes von der Werraquelle zur Heidehütte. Allerdings könnte die Beschreibung eine Überarbeitung vertragen.